Degas in der Wirtschaft
Was haben Kunst und Wirtschaft gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts. Doch wandelt man
durch die Teppichetagen der großzügig gestalteten Bürokomplexen wird man feststellen, dass Wirtschaftsbosse
eine Vorliebe für Kunst haben. Bilder von Degas und Renoir, aber auch Literatur von Jean Paul gehören offenbar zu
den beliebtesten Werken, die sich die Oberen der Wirtschaft in ihre Büros hängen und stellen. Kein Wunder. Die drei
Künstler gehören zu den Renommiertesten ihrer Berufsgattung und es ist kein Wunder, dass sich ausgerechnet Kapitäne
der Wirtschaft sich einen Edgar Degas oder einen Paul Renoir aufhängen. Degas malte in seinem Leben fast 1200
Gemälde, ein Schaffen mit dem man sich gerne brüsten würde. Ein großer Teil kommen bei Degas den Balletttänzerinnen
zuteil, grazile Gestalten, auch solche die baden oder sich dem Pferdesport widmen. Diese Eleganz könnte es sein,
mit der sich Menschen in der Wirtschaft gerne vergleichen, als Worten sie sagen: schaut her, wie elegant ich mich
durch jede Situation schlängle.
Auch Auguste Renoir scheint als Kunst in der Wirtschaft ein Sinnbild zu sein. Auf den
impressionistischen Werken sind viele Menschen zu sehen und die eindrücklichen Gesichtszüge der Menschen die Renoir
zeichnete, sind ein Erlebnis für sich. Es sollen sich bereits Psychologen mit der Bilderwahl der Bosse befasst
haben die sagten, Persönlichkeiten die einen Renoir im Büro hängen hätten, seien meist sehr ruhige und besonnene
Menschen und hätten einen sehr angenehmen Führungsstil. Ob das auch für den Chef gilt der einen Degas aufgehängt
hat? Man sollte es vielleicht ausprobieren und sich die Kunstwerke im Büro des Chefs mal genauer anscheuen. Oder
die Literatur die zwischen den Geschäftsberichten im Bücherregal hinter dem Bürotisch stehen. Viele Geschäftsleute
scheinen sich dabei sehr für Jean Paul zu interessieren. Jean Paul heißt eigentlich Johann Paul Friedrich Richter,
doch nannte er sich später kunstvoll nur noch mit den beiden Kurznamen. Der Literat hat Kunstverständige immer in
ihrer Meinung gespalten. Bei den einen erntete er große Verehrung, bei anderen lösten seine formlosen Romane zur
Romantik nur Kopfschütteln und Desinteresse aus. Es soll welche gegeben haben, welche die Arbeit von Paul nur als
Selbstgespräche bezeichneten – und vielleicht liegt genau da der Zusammenhang mit dem Büro des Vorgesetzten. Von
sich selber überzeugt sein, das ist das erstrebenswerte Ziel.
Degas in der Wirtschaft, ein Renoir an der Wand, oder ein literarisches Meisterwerk im
Büchergestell im Büro. Kunstwerke in der Wirtschaft bedeuten nicht immer nur Protz, sondern sagen viel über den
Besitzer aus.
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